In diesem Artikel erfährst du, welche Rolle Hormone in den Wechseljahren spielen und wie sie in Perimenopause, Menopause und Postmenopause wirken. Dieses Wissen hilft dir dabei, deine Erfahrungen auf der körperlichen und emotionalen Ebene besser einzuordnen.
Nachdem im letzten Post die Basics der Veränderungen in den Wechseljahren zur Sprache kamen, möchte ich heute gezielter auf die hormonellen Prozesse eingehen.
Als ich meinen Kurs zu den Wechseljahren entwickelt habe, hatte ich ehrlich gesagt die Sorge, dass dieses Thema für viele Frauen langweilig sein könnte. Ich musste dabei unwillkürlich an meine Schulzeit und an manche Biologiestunde denken … (gäääähn).
Umso überraschter war ich, wie groß das Interesse der Teilnehmerinnen tatsächlich war. Und – ganz ehrlich – ich finde das Thema selbst unglaublich spannend. Denn das Wissen über Hormone erklärt so vieles:
wie wir sind, was wir empfinden und sogar, wie wir uns verhalten.
Hormone sind hochwirksame Botenstoffe in unserem Körper. Sie steuern zentrale biologische Abläufe und beeinflussen unter anderem Stoffwechsel, Stimmung, Schlaf, Gewicht, Sexualität und unser emotionales Erleben.
Der Hauptsitz der hormonellen Steuerung liegt im Gehirn. Die einzelnen Hormone werden jedoch an unterschiedlichen Stellen im Körper gebildet und wirken jeweils an ganz bestimmten Zielorten.
Als Frauen kennen wir hormonelle Veränderungen gut – etwa durch den monatlichen Zyklus. Hormone haben die Kraft, uns emotional stark zu beeinflussen und prägen unser Verhalten und unsere Persönlichkeit maßgeblich.
Wichtig dabei: Jede Frau hat eine individuelle hormonelle Zusammensetzung.
Deshalb gibt es auch keinen „richtigen“ oder „falschen“ Weg durch die Wechseljahre – sondern nur deinen ganz persönlichen.
In den Wechseljahren durchläuft der weibliche Körper mehrere hormonelle Phasen: Perimenopause, Menopause und Postmenopause.
Die Perimenopause ist die erste und oft längste Phase der Wechseljahre. Sie beginnt meist Jahre vor der eigentlichen Menopause.
Auslöser ist, dass das individuelle Reservoir an befruchtungsfähigen Eizellen in den Eierstöcken langsam zur Neige geht. Die Eierstöcke „ermüden“ und reagieren zunehmend schlechter auf hormonelle Signale aus dem Gehirn.
Diese verminderte Reaktion führt dazu, dass das Gehirn die Ausschüttung östrogenanregender Substanzen verstärkt. In dieser Phase kommt es häufig zu:
Typische Symptome der Perimenopause können sein:
Im weiteren Verlauf der Wechseljahre lässt die Östrogenproduktion spürbar nach. Dies markiert den Übergang zur Menopause.
In dieser Phase verändern sich viele Prozesse im Körper. Häufige Symptome der Menopause sind:
Die Menopause selbst ist medizinisch betrachtet der Zeitpunkt, an dem eine Frau ihre letzte Monatsblutung hatte.
Wenn eine Frau mindestens ein Jahr lang keine Blutung mehr hatte und sich die Symptome – sofern es welche gab – langsam stabilisieren, beginnt die Postmenopause.
Die hormonellen Schwankungen nehmen nun ab. Der Körper hat sich auf ein neues hormonelles Gleichgewicht eingestellt – auch wenn dieses anders aussieht als in den fruchtbaren Jahren.
Wenn man all das liest, wird deutlich, warum die Wechseljahre gesellschaftlich oft als „unsexy“ gelten. In einer Kultur, die sich die ewige Jugend auf die Fahnen geschrieben hat, erscheinen diese Veränderungen zunächst wenig attraktiv.
Doch das ändert nichts an der Realität: Menschen altern. Und sie sterben.
Dass wir Frauen bereits mit der ersten Periode und später erneut mit den Wechseljahren so deutlich mit den Grundtatsachen des Lebens konfrontiert werden, kann man als ungerecht empfinden – oder als Einladung.
Eine Einladung, innezuhalten.
Eine Einladung, bewusster zu leben.
Eine Einladung, sich mit einem tieferen Sinn zu verbinden, der über Äußerlichkeiten hinausgeht.
Wir können innerlich dagegen ankämpfen – oder wir erlauben uns, diesen Wandel mit Neugierde zu betrachten.
Im Laufe dieser Artikelreihe wirst du noch entdecken, wie viele positive Potenziale die Wechseljahre für Frauen bereithalten.
Und vielleicht hilft auch diese Umdeutung:
„Wir sind immer noch heiß – nur jetzt kommt es in Wellen.“
Ich lade dich ein, dir einmal bewusst zu machen, welche Befürchtungen oder Bilder du mit den Wechseljahren verbindest.
Oft werden Themen handhabbarer, wenn wir sie konkret machen und benennen.
Du könntest:
So entstehen oft neue Querverbindungen – und mehr innere Klarheit.
Bis bald
Deine Katrin Langholf
P.S. Alle Posts findest du auch in meinem Blog:
weiblichkeit-entfalten.de/blog