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Fragebogen zu den Wechseljahren

Fragebogen: Bin ich in den Wechseljahren?

Inzwischen hast du ein paar Fakten zum Thema Wechseljahre gelesen. Hast du dich in bestimmten Symptomen wiedererkannt? Das Gemeine ist ja, dass diese Veränderungen oft so unmerklich auftauchen. Besonders wenn Du bisher sowieso nichts mit diesem Thema zu tun haben wolltest, ist es nicht so leicht, die Zusammenhänge herzustellen. Deshalb hast Du jetzt die Gelegenheit zu prüfen, ob du in den Wechseljahren bist. Mache dir innerlich bewusst oder markiere für dich, ob und wenn dann welche der unten genannten Erfahrungen und Symptome auf dich zutreffen:

Leidest Du unter körperlichen Symptomen, wie:

Schlafstörungen
Verstärkter Müdigkeit
Hitzewallungen
Gewichtszunahme (Fettablagerung auch im Bereich des Oberbauchs)
Schwindel
Gelenk- und Muskelschmerzen
Blutdrucksteigerung
Verstärktem Haarwuchs im Gesicht
Haarausfall am Kopf
Eine Schwächung der Knochendichte
Herzklopfen, auch nachts
Vaginaltrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Blasenschwäche- oder Entzündungen
Probleme mit der Schilddrüse

Stellst Du psychosomatische Beschwerden fest, wie:

Depressive Verstimmungen
Antriebslosigkeit oder Gefühle von Sinnlosigkeit
Verstärkte Reizbarkeit oder erschwerte emotionale Selbstregulation
Verminderte emotionaler Belastbarkeit
Stimmungsschwankungen und vermehrte Freudlosigkeit
Ein auffälliges Rückzugsbedürfnis (ist zumeist nicht pathologisch)

Fallen dir mentale Veränderungen auf, wie:
Konzentrations- und Gedächtnisstörung
Wortfindungsstörungen
Ein Gefühl von Orientierungslosigkeit

Erlebst du sonstige Themen, wie:

Beziehungskonflikte
Probleme in der Sexualität
Berufliche Konflikte (innerlich oder äußerlich)
Unsicherheit im eigenen Selbstverständnis als Frau

Je mehr du dich auf die 50 und darüber hinaus bewegst und je mehr Punkte in diesem Fragebogen auf dich zutreffen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du tatsächlich in den Wechseljahren bist, selbst wenn du noch regelmäßig deine Menstruation bekommst. Außerdem ist die Anzahl der Übereinstimmung auch ein Hinweis auf das Ausmaß der gefühlten Einschränkung durch diesen Prozess. Es kann allerdings theoretisch auch sein, dass ein einziges Symptom, z.B. Hitzewallungen oder Schlafstörungen, das ganz Leben überschatten.
Natürlich können die einzelnen Symptome auch ganz andere Ursachen haben. Es ist sinnvoll, die Zusammenhänge genau abzuklären, wenn du an einem oder mehreren der Symptome besonders leidest. Gerade die emotionale Ebene solltest du genau betrachten, bevor du sie blind in den Wechseljahrestopf wirfst. Umgekehrt ist es so, dass viele Frauen den Zusammenhang mit der Hormonverschiebung der Wechseljahre, nicht im Blick haben und das Gefühl bekommen, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt.

Die Wechseljahre

Abschied, Wandlung und Neubeginn

Die Wechseljahre sind eine Initiation im Leben einer Frau. Abgesehen von den verschiedensten körperlichen Symptomen, wie Hitzewallungen, Schlaflosigkeit, Herzrasen, Gelenkschmerzen, emotionalen Verstimmungen und kognitiven Aussetzern, wie z.B. Wortfindungsstörungen, die auftreten können, ist dies vor allem eine Zeit der inneren Verwandlung.

Durch die Tabuisierung dieser Lebensphase, ist die Aussicht auf den Gewinn und das Wachstumspotenzial oft nicht im Blick der betroffenen Frauen. Die negative Bewertung entsteht aus der Identifikation mit dem Postulat der ewigen Jugendlichkeit mit ihren körperlichen Idealen sowie aus der Erkenntnis, eine Zäsur im Leben zu erfahren, die uns die unausweichlichen biologischen Abläufe des Körpers und damit auch unsere physische Endlichkeit ins Bewusstsein ruft. Keine Erfahrung für schwache Gemüter! Es geht um einen Abschied von den fruchtbaren Jahren, der für diejenigen von uns, die sich lange und vergeblich ein Kind gewünscht haben, schmerzvoll sein kann. Die hormonellen Veränderungen im Körper, verändern auch unsere Sicht der Welt. Viele Frauen passen dann weniger in das Schema der sich opfernden, nachgiebigen Frau, Mutter und Partnerin, was für die Außenwelt und auch für sie selbst oft irritierend ist. Die Abschiedsphase wird von einer intensiven, inneren Einkehr abgelöst, die bewusst durchlebt wird oder einfach „geschieht“, z.B. durch Krankheiten und das Gefühl einer nachlassenden Belastbarkeit. Werte, Visionen und Perspektiven werden hinterfragt. Es entsteht ein Innehalten, das sich manchmal anfühlt, wie Stagnation, häufig gepaart mit Gefühlen von Verwirrung, Ängsten und Orientierungslosigkeit. Dies ist das Niemandsland, das die Heldin dieser Reise zu durchschreiten hat. Oft werden wir hier, begünstigt durch die hormonellen Wadlungsprozesse, stark mit unseren ungelösten Lebensthemen konfrontiert und haben die Chance, vieles aufzuräumen und zu bereinigen.

Wenn der Abschied vollzogen und das Niemandsland durchschritten ist, können wir geklärt, geläutert und Selbst-bewusst wie nie zuvor in die neue Lebensphase der weisen Frau hineintreten. Nie waren wir so frei, nie war es so klar, was wir wollen, wofür wir hier sind und was wir noch beitragen wollen, nie waren wir so in Kontakt mit uns und unserem Körper. Alte Abhängigkeiten, z.B. von Partnern, dürfen sich auflösen und einer echten, gleichberechtigten Partnerschaft Platz machen. Wir sind in Kontakt mit dem Sinn unseres Daseins, jenseits aller Rollen, die wir bisher gespielt haben. Das ist das Geschenk dieser Reise.