Willkommen zurück zu meiner Artikelreihe über die Wechseljahre.
Im letzten Beitrag habe ich Wut bereits aus hormoneller Perspektive beleuchtet. Heute möchte ich den Fokus auf die psychischen Aspekte legen – und darauf, warum gerade Frauen um die Wechseljahre plötzlich intensiver mit ihrer Wut konfrontiert sind.
Wut ist in unserer Gesellschaft ein sensibles Thema.
Viele von uns haben früh gelernt:
Gerade Frauen der heutigen Wechseljahresgeneration wurden oft mit dem Glaubenssatz groß:
„Ein Mädchen muss lieb sein, sonst ist es nicht liebenswert.“
Hinzu kommt: Wer als Kind emotionale oder körperliche Gewalt erlebt hat, verbindet Wut häufig mit Angst. Die eigene Wut – oder die Wut anderer – fühlt sich bedrohlich an.
So entsteht ein innerer Konflikt:
Wut ist eigentlich eine gesunde Kraft für Selbstschutz und Selbstbehauptung – doch wir haben nie gelernt, sie angemessen auszudrücken.
Stattdessen wird sie unterdrückt.
Und irgendwann explodiert sie.
Gerade in den Wechseljahren.
Viele Frauen berichten in den Wechseljahren über:
Die hormonellen Veränderungen – insbesondere das Sinken von Östrogen – beeinflussen unsere Stressverarbeitung und emotionale Regulation. Gleichzeitig befinden wir uns in einer Lebensphase, in der alte Rollenbilder brüchig werden.
Die Kinder werden selbstständiger.
Berufliche Fragen stellen sich neu.
Partnerschaften verändern sich.
Und plötzlich fehlt die Kraft, weiterhin alles still zu tragen.
Die Wut in den Wechseljahren ist oft ein Zeichen dafür, dass wir innerlich nicht mehr bereit sind, alte Erwartungen zu erfüllen – weder die der anderen noch unsere eigenen.
Was, wenn deine Wut kein Problem ist – sondern ein Weckruf?
Viele Wechseljahresbeschwerden haben nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Dimension. Unterdrückte Emotionen kosten enorme Energie.
Stell dir vor, wie viel Kraft du täglich aufwendest, um deine Wut im Zaum zu halten.
Diese Energie fehlt dir für:
Die Wechseljahre können eine Phase werden, in der wir lernen, unsere Emotionen bewusster zu regulieren – statt sie zu unterdrücken.
Ein wichtiger Hinweis vorab:
Wenn hinter starken emotionalen Zuständen alte Verletzungen oder Traumata stehen, suche dir bitte professionelle Begleitung. Gerade in den Wechseljahren können unverarbeitete Erfahrungen wieder an die Oberfläche kommen.
Wenn es „nur“ angestaute Emotionen sind, kannst du dein Nervensystem aktiv entlasten.
Wut ist Energie.
Und Energie will bewegt werden.
Oft braucht es Mut, diese Hemmschwelle zu überwinden. Doch viele Frauen erleben danach eine enorme Erleichterung.
Manchmal sind mehrere „Entladungen“ notwendig, weil sich über Jahre – oder Jahrzehnte – viel aufgestaut hat.
Doch jede bewusste Befreiung wirkt sich positiv auf dein inneres Gleichgewicht aus – und damit oft auch auf deine Wechseljahresbeschwerden.
Die Wechseljahre sind eine Phase der hormonellen Veränderung – aber auch eine Phase seelischer Klärung.
Es geht nicht darum, Wut zu deinem neuen Selbstbild zu machen.
Es geht darum, dich von unterdrückter Wut zu befreien.
Vielleicht ist deine Wut kein Zeichen, dass du „schwierig“ geworden bist.
Vielleicht ist sie der Beginn deiner Selbstermächtigung.
Und vielleicht sind die Wechseljahre genau dafür da.
heute möchte ich mit dir tiefer in ein zentrales Thema eintauchen: Östrogen in den Wechseljahren – und insbesondere die psychischen Aspekte, die oft unterschätzt werden.
Denn die Wechseljahre sind nicht nur ein körperlicher Prozess. Sie sind eine tiefgreifende hormonelle, seelische und neurologische Umstrukturierung. Und genau hier spielt Östrogen eine Schlüsselrolle.
Zunächst einmal: Alle Menschen tragen sowohl Östrogen als auch Testosteron in sich. Entscheidend ist nicht das Vorhandensein, sondern das Mengenverhältnis im hormonellen Gesamtsystem. Dieses Verhältnis beeinflusst Körperform, Stoffwechsel, Sexualität – aber eben auch unsere Persönlichkeit und unser emotionales Erleben.
Gerade im Kontext der Wechseljahre und psychischen Aspekte ist es wichtig zu verstehen: Hormone wirken direkt auf bestimmte Gehirnregionen. Wenn sich ihr Spiegel verändert, verändert sich auch unser inneres Erleben.
Östrogen steuert:
Was viele nicht wissen: Östrogen wirkt stark auf das limbische System – also auf jene Bereiche im Gehirn, die für Emotionen, Bindung und Stressverarbeitung zuständig sind.
Wenn der Östrogenspiegel in den Wechseljahren sinkt, hat das daher nicht nur körperliche, sondern auch deutliche psychische Auswirkungen.
Ein spannender Zusammenhang: Östrogen fördert die Kommunikationsfähigkeit und emotionale Wahrnehmung.
Viele Frauen erleben sich über Jahrzehnte als:
Mit dem Absinken des Östrogens kann sich genau das verändern. Manche Frauen berichten in den Wechseljahren über:
Das ist kein „Fehlverhalten“. Es ist eine neurobiologische Anpassung.
Östrogen unterstützt die Fähigkeit zur Fürsorge. Biologisch macht das absolut Sinn – es ermöglicht Geduld, Bindung und langfristige Begleitung von Kindern.
Doch was passiert in den Wechseljahren?
Mit dem sinkenden Östrogen nimmt oft auch dieses hormonell begünstigte Fürsorgeverhalten ab. Und hier beginnen viele innere Konflikte:
Genau hier zeigen sich die psychischen Aspekte der Wechseljahre besonders deutlich.
Viele Frauen kämpfen gegen sich selbst, statt zu erkennen:
Es handelt sich um einen natürlichen Reifungsprozess.
Was, wenn deine Wut kein Problem ist, sondern ein Wegweiser?
In meiner eigenen Erfahrung – und in der Begleitung vieler Frauen – zeigt sich immer wieder:
Die zunehmende Irritation in den Wechseljahren weist oft auf ungelöste Bedürfnisse hin.
Vielleicht ist es Zeit für:
Die Wechseljahre fordern uns auf, unser Leben zu aktualisieren.
Gerade im Hinblick auf die psychischen Aspekte der Wechseljahre ist tägliche Selbstreflexion kraftvoll.
Nimm dir einmal täglich 5 Minuten Zeit und frage dich:
Atme bewusst ein und aus.
Beobachte ohne Bewertung.
Je mehr du lernst, deine veränderte Gefühlswelt anzunehmen, desto weniger gerätst du in den inneren Widerstand. Und desto klarer erkennst du: Diese Phase ist keine Krise – sie ist ein Übergang in eine neue Form weiblicher Identität.
Die Wechseljahre sind weit mehr als das Ende der Fruchtbarkeit. Sie sind ein hormonell gesteuerter Transformationsprozess mit tiefgreifenden psychischen Aspekten.
Das Sinken des Östrogens bedeutet nicht Verlust.
Es bedeutet Verschiebung. Reifung. Neuausrichtung.
Wenn wir verstehen, was in unserem Körper und Gehirn geschieht, können wir aufhören, uns selbst zu bekämpfen – und beginnen, diese Lebensphase bewusst zu gestalten.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Einladung der Wechseljahre:
Nicht mehr zu funktionieren.
Sondern authentisch zu werden.
Willkommen zurück zu meiner Serie über die Wechseljahre.
Heute möchte ich mich mit einer zentralen Frage befassen:
👉 Wirken die Wechseljahre nur auf körperlicher Ebene – oder betreffen sie auch unsere Psyche, unser Fühlen und unser Selbstbild?
Vielleicht hast du meinen Fragebogen ausgefüllt und bist zu dem Schluss gekommen, dass du vermutlich in den Wechseljahren bist – oder eben (noch) nicht.
Als es bei mir losging, war ich ehrlich gesagt not amused. Ich habe mich nicht besonders gut gefühlt und hatte anfangs große Mühe, die Veränderungen in meinem Fühlen, meinen Körperempfindungen und meinen Bedürfnissen zu akzeptieren.
Besonders irritierend war für mich, dass ich plötzlich deutlich weniger Lust auf Gesellschaft hatte. Ich war häufig erschöpft und wollte vor allem meine Ruhe haben. Als sehr kontaktfreudige Person war das – gelinde gesagt – gewöhnungsbedürftig.
Wie in den letzten Beiträgen dieser Serie über die Wechseljahre bereits deutlich geworden ist, sind hormonelle Einflüsse alles andere als eine kleine Randnotiz unseres Lebens.
Sie sind maßgeblich verantwortlich für unser Allgemeinbefinden, unsere emotionale Grundverfassung sowie unsere körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.
Jede Frau kennt – in unterschiedlicher Intensität – die wechselnden Zustände im Verlauf eines Monatszyklus. Meist fühlen wir uns nach der Periode bis zum Eisprung tatkräftiger, klarer und stabiler, als in der Phase vor der nächsten Blutung. Diese Unterschiede sind selten Zufall oder einfach „ein schlechter Tag“, sondern stark hormonell geprägt.
Das gilt auch – und ganz besonders – für die Wechseljahre.
Ich sage damit nicht, dass wir willenlose Opfer hormoneller Abläufe sind. Aber diesen Einfluss zu ignorieren, wird der mächtigen Energie hormoneller Prozesse in unserem Körper nicht gerecht.
Bewusstsein hilft uns, den sprichwörtlichen „Drachen zu reiten“ und einen guten Umgang mit den inneren Wellenbewegungen zu finden.
In den Wechseljahren werden die gewohnten hormonellen Abläufe jedoch zunächst regelrecht durcheinandergewirbelt. Statt klarer Muster erleben viele Frauen chaotische Veränderungsprozesse. Der Drache muss nun durch einen Taifun gesteuert werden – kein leichtes Unterfangen.
Auch wenn die Wechseljahre körperlich initiiert werden, betreffen sie bei vielen Frauen weit mehr als nur den Körper.
Die psychischen Aspekte der Wechseljahre sind oft tiefgreifend:
Hinzu kommt ein oft unterschätzter Punkt:
Unser gesamtes System benötigt in dieser Umbruchphase so viel Energie und Aufmerksamkeit, dass bisher gut funktionierende Verdrängungsmechanismen nicht mehr aufrechterhalten werden können. Alte, schmerzhafte oder belastende Erfahrungen drängen an die Oberfläche.
Deshalb erleben viele Frauen in den Wechseljahren etwas, das sich wie ein „Gesamtzusammenbruch“ anfühlt.
Man könnte es jedoch auch anders nennen: einen Aufbruch.
Etwas bricht auf – und wir brechen auf in eine neue Lebensphase mit ungeahnten Möglichkeiten.
Wenn du das Gefühl hast, dass dir in den Wechseljahren alles über den Kopf wächst, probiere eine einfache, aber wirkungsvolle Übung:
Nimm dir täglich 2–5 Mal ein paar Minuten Zeit für 10 bewusste, tiefe Atemzüge.
Ein Großteil unseres inneren Dramas spielt sich im Kopf ab. Bewusstes Atmen hilft, wieder im Hier und Jetzt anzukommen – und das Drama in seine Schranken zu verweisen.
Beim Ausatmen kannst du dir vorstellen, wie du alles loslässt, was dich belastet.
Beim Einatmen nimm wahr, wie du dich von innen immer klarer spürst.
Komme ganz bei dir an – im Hier und Jetzt. Dort ist meist mehr Stabilität, als wir denken.
In den nächsten Beiträgen dieser Serie werde ich weitere psychische und emotionale Aspekte der Wechseljahre beleuchten.
Im nächsten Post geht es um die besondere Wirkweise von Östrogen – und warum es sogar ein Segen sein kann, wenn der Östrogenspiegel im Körper sinkt.
Wenn du Fragen oder eigene Erfahrungen teilen möchtest, freue ich mich sehr über den Austausch.
Schreib mir gern – ich beantworte individuelle Fragen, soweit es mir möglich ist.
Bis bald
Deine Katrin✨
Inzwischen hast du ein paar Fakten zum Thema Wechseljahre gelesen. Hast du dich in bestimmten Symptomen wiedererkannt? Das Gemeine ist ja, dass diese Veränderungen oft so unmerklich auftauchen. Besonders wenn Du bisher sowieso nichts mit diesem Thema zu tun haben wolltest, ist es nicht so leicht, die Zusammenhänge herzustellen. Deshalb hast Du jetzt die Gelegenheit zu prüfen, ob du in den Wechseljahren bist. Mache dir innerlich bewusst oder markiere für dich, ob und wenn dann welche der unten genannten Erfahrungen und Symptome auf dich zutreffen:
Schlafstörungen
Verstärkter Müdigkeit
Hitzewallungen
Gewichtszunahme (Fettablagerung auch im Bereich des Oberbauchs)
Schwindel
Gelenk- und Muskelschmerzen
Blutdrucksteigerung
Verstärktem Haarwuchs im Gesicht
Haarausfall am Kopf
Eine Schwächung der Knochendichte
Herzklopfen, auch nachts
Vaginaltrockenheit und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Blasenschwäche- oder Entzündungen
Probleme mit der Schilddrüse
Depressive Verstimmungen
Antriebslosigkeit oder Gefühle von Sinnlosigkeit
Verstärkte Reizbarkeit oder erschwerte emotionale Selbstregulation
Verminderte emotionaler Belastbarkeit
Stimmungsschwankungen und vermehrte Freudlosigkeit
Ein auffälliges Rückzugsbedürfnis (ist zumeist nicht pathologisch)
Fallen dir mentale Veränderungen auf, wie:
Konzentrations- und Gedächtnisstörung
Wortfindungsstörungen
Ein Gefühl von Orientierungslosigkeit
Beziehungskonflikte
Probleme in der Sexualität
Berufliche Konflikte (innerlich oder äußerlich)
Unsicherheit im eigenen Selbstverständnis als Frau
Je mehr du dich auf die 50 und darüber hinaus bewegst und je mehr Punkte in diesem Fragebogen auf dich zutreffen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du tatsächlich in den Wechseljahren bist, selbst wenn du noch regelmäßig deine Menstruation bekommst. Außerdem ist die Anzahl der Übereinstimmung auch ein Hinweis auf das Ausmaß der gefühlten Einschränkung durch diesen Prozess. Es kann allerdings theoretisch auch sein, dass ein einziges Symptom, z.B. Hitzewallungen oder Schlafstörungen, das ganz Leben überschatten.
Natürlich können die einzelnen Symptome auch ganz andere Ursachen haben. Es ist sinnvoll, die Zusammenhänge genau abzuklären, wenn du an einem oder mehreren der Symptome besonders leidest. Gerade die emotionale Ebene solltest du genau betrachten, bevor du sie blind in den Wechseljahrestopf wirfst. Umgekehrt ist es so, dass viele Frauen den Zusammenhang mit der Hormonverschiebung der Wechseljahre, nicht im Blick haben und das Gefühl bekommen, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt.
In diesem Artikel erfährst du, welche Rolle Hormone in den Wechseljahren spielen und wie sie in Perimenopause, Menopause und Postmenopause wirken. Dieses Wissen hilft dir dabei, deine Erfahrungen auf der körperlichen und emotionalen Ebene besser einzuordnen.
Nachdem im letzten Post die Basics der Veränderungen in den Wechseljahren zur Sprache kamen, möchte ich heute gezielter auf die hormonellen Prozesse eingehen.
Als ich meinen Kurs zu den Wechseljahren entwickelt habe, hatte ich ehrlich gesagt die Sorge, dass dieses Thema für viele Frauen langweilig sein könnte. Ich musste dabei unwillkürlich an meine Schulzeit und an manche Biologiestunde denken … (gäääähn).
Umso überraschter war ich, wie groß das Interesse der Teilnehmerinnen tatsächlich war. Und – ganz ehrlich – ich finde das Thema selbst unglaublich spannend. Denn das Wissen über Hormone erklärt so vieles:
wie wir sind, was wir empfinden und sogar, wie wir uns verhalten.
Hormone sind hochwirksame Botenstoffe in unserem Körper. Sie steuern zentrale biologische Abläufe und beeinflussen unter anderem Stoffwechsel, Stimmung, Schlaf, Gewicht, Sexualität und unser emotionales Erleben.
Der Hauptsitz der hormonellen Steuerung liegt im Gehirn. Die einzelnen Hormone werden jedoch an unterschiedlichen Stellen im Körper gebildet und wirken jeweils an ganz bestimmten Zielorten.
Als Frauen kennen wir hormonelle Veränderungen gut – etwa durch den monatlichen Zyklus. Hormone haben die Kraft, uns emotional stark zu beeinflussen und prägen unser Verhalten und unsere Persönlichkeit maßgeblich.
Wichtig dabei: Jede Frau hat eine individuelle hormonelle Zusammensetzung.
Deshalb gibt es auch keinen „richtigen“ oder „falschen“ Weg durch die Wechseljahre – sondern nur deinen ganz persönlichen.
In den Wechseljahren durchläuft der weibliche Körper mehrere hormonelle Phasen: Perimenopause, Menopause und Postmenopause.
Die Perimenopause ist die erste und oft längste Phase der Wechseljahre. Sie beginnt meist Jahre vor der eigentlichen Menopause.
Auslöser ist, dass das individuelle Reservoir an befruchtungsfähigen Eizellen in den Eierstöcken langsam zur Neige geht. Die Eierstöcke „ermüden“ und reagieren zunehmend schlechter auf hormonelle Signale aus dem Gehirn.
Diese verminderte Reaktion führt dazu, dass das Gehirn die Ausschüttung östrogenanregender Substanzen verstärkt. In dieser Phase kommt es häufig zu:
Typische Symptome der Perimenopause können sein:
Im weiteren Verlauf der Wechseljahre lässt die Östrogenproduktion spürbar nach. Dies markiert den Übergang zur Menopause.
In dieser Phase verändern sich viele Prozesse im Körper. Häufige Symptome der Menopause sind:
Die Menopause selbst ist medizinisch betrachtet der Zeitpunkt, an dem eine Frau ihre letzte Monatsblutung hatte.
Wenn eine Frau mindestens ein Jahr lang keine Blutung mehr hatte und sich die Symptome – sofern es welche gab – langsam stabilisieren, beginnt die Postmenopause.
Die hormonellen Schwankungen nehmen nun ab. Der Körper hat sich auf ein neues hormonelles Gleichgewicht eingestellt – auch wenn dieses anders aussieht als in den fruchtbaren Jahren.
Wenn man all das liest, wird deutlich, warum die Wechseljahre gesellschaftlich oft als „unsexy“ gelten. In einer Kultur, die sich die ewige Jugend auf die Fahnen geschrieben hat, erscheinen diese Veränderungen zunächst wenig attraktiv.
Doch das ändert nichts an der Realität: Menschen altern. Und sie sterben.
Dass wir Frauen bereits mit der ersten Periode und später erneut mit den Wechseljahren so deutlich mit den Grundtatsachen des Lebens konfrontiert werden, kann man als ungerecht empfinden – oder als Einladung.
Eine Einladung, innezuhalten.
Eine Einladung, bewusster zu leben.
Eine Einladung, sich mit einem tieferen Sinn zu verbinden, der über Äußerlichkeiten hinausgeht.
Wir können innerlich dagegen ankämpfen – oder wir erlauben uns, diesen Wandel mit Neugierde zu betrachten.
Im Laufe dieser Artikelreihe wirst du noch entdecken, wie viele positive Potenziale die Wechseljahre für Frauen bereithalten.
Und vielleicht hilft auch diese Umdeutung:
„Wir sind immer noch heiß – nur jetzt kommt es in Wellen.“
Ich lade dich ein, dir einmal bewusst zu machen, welche Befürchtungen oder Bilder du mit den Wechseljahren verbindest.
Oft werden Themen handhabbarer, wenn wir sie konkret machen und benennen.
Du könntest:
So entstehen oft neue Querverbindungen – und mehr innere Klarheit.
Bis bald
Deine Katrin Langholf
P.S. Alle Posts findest du auch in meinem Blog:
weiblichkeit-entfalten.de/blog
Ich erinnere mich noch gut an die ersten Anzeichen meiner Wechseljahre – und daran, wie sehr ich dieses Thema zunächst verdrängen wollte. Die Wechseljahre waren für mich gleichbedeutend mit Kontrollverlust, Falten, unangenehmen Veränderungen und einem schmerzhaften Bewusstwerden der eigenen Endlichkeit. Doch irgendwann konnte ich die Augen vor diesem natürlichen Prozess nicht mehr verschließen. Ich habe beschlossen, mich ihm zu stellen – und nicht nur das: Ich wollte die Schätze und Chancen entdecken, die hinter den Symptomen und Veränderungen verborgen liegen.
In dieser Artikelreihe möchte ich Dir helfen, die Wechseljahre besser zu verstehen – mit Fakten, Verständnis und einer Einladung zur Selbstbegegnung. Heute starten wir mit den Grundlagen: Warum kommen wir in die Wechseljahre? Und was genau geschieht in dieser Phase mit Körper und Psyche?
Die Wechseljahre (medizinisch auch Klimakterium genannt) sind eine natürliche Übergangszeit im Leben einer Frau. Sie markieren das Ende der fruchtbaren Lebensphase und beginnen meist zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Diese Phase kann sich über viele Jahre erstrecken und ist geprägt von hormonellen Umstellungen.
Die zentrale biologische Ursache ist:
Aus evolutionärer Sicht könnte diese Umstellung auch als Schutzmechanismus dienen – um Frauen in späteren Jahren vor den Risiken einer Schwangerschaft zu bewahren und ihnen zu ermöglichen, sich um bereits vorhandene Kinder oder sich selbst zu kümmern.
Obwohl rund 15 % der Frauen kaum Beschwerden haben, erleben etwa 85 % mittelschwere bis starke Symptome der Wechseljahre. Diese Symptome können sehr individuell ausfallen – hier ein Überblick:
Viele dieser Veränderungen schleichen sich allmählich ein. Vielleicht stellst Du fest, dass Du Dich „nicht mehr wie Du selbst“ fühlst – ohne zu wissen, warum. Die hormonelle Umstellung betrifft Körper, Geist und Seele. Der erste Schritt zu mehr Klarheit ist, die Symptome der Wechseljahre richtig einzuordnen.
Wenn Du über 40 bist, lohnt es sich, innezuhalten:
Nimm Dir Zeit zur Beobachtung – ohne Urteil. Die Wechseljahre sind kein Ende, sondern ein tiefgreifender Übergang. Mit Verständnis und Bewusstsein kannst Du diese Phase als Chance für Deine persönliche Entwicklung erleben.
Auch wenn viele Symptome der Wechseljahre zunächst unangenehm erscheinen, steckt in dieser Lebensphase ein großes Potenzial: für Freiheit, Neubeginn und innere Reifung. In den kommenden Artikeln dieser Reihe schauen wir uns an, wie Du mit den Veränderungen umgehen kannst – körperlich, seelisch und spirituell.
Bleib dran – es lohnt sich!
Du bist auf der Suche nach Unterstützung in den Wechseljahren? Schau gerne auf meiner Seite Beratung in den Wechseljahren vorbei!
Viele Menschen verzweifeln immer wieder an den Erfahrungen von Grenzen – seien sie physisch, psychisch oder strukturell. Wir Frauen tragen im kollektiven Erinnerungsfeld zudem noch die alten Erfahrungen der Einschränkung und Unterdrückung aus den Zeiten des Patriachats in unserem System. All das kann entweder zu einem depressiven Fatalismus, bis hin zur Erschöpfung und Resignation führen oder aber zum ständigen Kampf und Widerstand gegen die scheinbaren Begrenzungen, die uns vom außen auferlegt sind. Beides ist auf Dauer selbstverletzend und mühselig, weswegen es vielleicht einen Ausweg gibt, der auf einer ganz anderen Seins – Ebene stattfinden kann. Wenn wir uns vorstellen, dass unser wahres Wesen von Natur aus sowieso immer frei war und es sein wird und wenn wir anerkennen, dass wir als freie Wesen diesen Planeten gewählt haben, um an der Erfahrung von Dualität, Polaritäten und Begrenzungen zu wachsen und unser Bewusstsein zu erweitern, dann können wir unsere Erfahrung als Herausforderung zum Wachsen annehmen, anstatt vor ihnen davon zu laufen oder sie bekämpfen. Dann ist das Ganze, wie eine Challenge in einem Computerspiel, nur, dass wir persönlich und analog für unser Wachstum davon profitieren.
Wie diese Challenge angegangen wird und was es genau zu lernen gibt, hängt von Dir und Deinem individuellen Lernprozess ab. Während eine Person vielleicht lernen kann, heraus zu kommen, sich zu zeigen und für etwas einzustehen, geht es für eine Andere vielleicht darum, sich nach innen zu wenden und bewusst aus dem Herzen zu leben. Aber immer geht es um Dich und Deine Entwicklung und damit auch um das, was kollektiv im Orbit schwingt. Wer möchtest Du sein? Was möchtest Du lernen? Und was willst Du zum Ganzen beitragen?
Durch den Überhang an weiblicher Energie, der zu einem wesentlichen Teil mit der individuellen, hormonellen Zusammensetzung in einem weiblichen Körper einhergeht, ist es jedoch tendenziell für Frauen spürbarer und folgenreicher, ob das gesamte System entspannt ist oder eben nicht.
Die weibliche Energie ist grundsätzlich rezeptiv. Im Einklang mit ihr, kommen wir in Kontakt mit der Hingabe an das Leben. Diese Hingabe kommt aus einem tiefen Vertrauen des getragen seins. In diesem Zustand sind wir einerseits offen, entspannt und vertrauensvoll, aber gleichzeitig auch im Fluss mit unserer Kreativität, Sinnlichkeit und Lebensfreude. Der Ausdruck dieser Form der Kreativität ist mühelos und kommt aus dem Fluss (flow) unseres inneren Seins. Die daraus resultierende Kraft schenkt uns Energie anstatt uns anzustrengen oder auszubrennen.
Der Prozess von weiblicher Energie und Entspannung funktioniert in zwei Richtungen oder wie eine Art Kreislauf: In einem entspannten Zustand geben wir der kreativen und regenerativen Kraft der weiblichen Energie Raum und im Einklang mit unserer Weiblichkeit finden wir Entspannung.
In einem entspannten Zustand erholen sich nebenbei auch unsere Nebennieren, die Hauptproduzenten von körpereigenem Kortisol, welches unser Hauptantistresshormon ist.
Wenn ich mich also mit meiner Weiblichkeit verbinde, bin ich leichter in der Lage, mich zu entspannen und dadurch regeneriert mein gesamtes System. Dieser Weg zur Entspannung ist nicht nur vernünftig und heilsam, er kann auch jede Menge Spaß machen, da keine bestimmte Art und Weise gibt, etwas zu tun.
Alles, was die Sinnlichkeit fördert und dir Freude bereitet, kann praktiziert werden. Du kannst tanzen, lieben, in die Sauna gehen, eine Massage genießen, in Ruhe und Achtsamkeit durch die Natur wandeln, auf dem Sofa oder dem Balkon chillen und einen feinen Tee mit allen Sinnen genießen. Das sind nur einige Beispiele.
Auf diese Weise können wir das Hamsterrad des Alltags und die damit verbundene Abwärtsspirale, die durch Sorgen und Stress entsteht, verlassen.
Die Entstehung und Auswirkungen von Stress wirken scheinbar klar und eindeutig, die Zusammenhänge sind jedoch wesentlich komplexer. Am Einfachsten lässt sich eine Stressreaktion zuordnen, wenn jemand versucht zu viel Arbeit in zu wenig Zeit zu erledigen oder wenn psychische Faktoren ein positives Lebensgefühl und das persönliche Empfinden von Kompetenz nachhaltig stören. Weniger bekannt ist der sogenannte „Boreout“. Auch hier kommt es zu körperlichen und psychischen Stresssymptomen, die aber nicht durch zu große, sondern durch zu geringe Anforderungen entstehen. Konzentrationsmangel, Erschöpfung, Lust- und Antriebslosigkeit sowie somatische Begleiterscheinung haben in diesem Fall ihre Ursache in einem Gefühl von Langeweile, Sinnlosigkeit und vergeudeter Lebenszeit.
Dann gibt es eine oft unerkannte Form von Stress. Sie ist häufig bei Startup Unternehmern oder im mittleren bis gehobenen Management zu finden, die von unglaublicher Kraft und Euphorie gepaart mit einem hohen Verantwortungsgefühl getrieben sind. Die Überforderung des gesamten Systems wird lange nicht wahrgenommen, weil der „Kick“ durch die Euphorie die Erschöpfung zudeckt. Oft müssen diese Menschen erst regelrecht zusammenbrechen, mit ernsthaften Symptomen wie Herzattacken, Magengeschwüren oder chronischer Schlaflosigkeit bevor sie die Überforderung überhaupt wahrnehmen.
Stressreaktionen haben in unserem System eine natürliche Aufgabe: Sie helfen uns mit Situationen, die unser Leben bedrohen, umzugehen. Darüber hinaus erzeugen sie eine allgemeine Stimmulanz, um Herausforderungen im Leben bewältigen zu können. Insofern ist Stress an sich nicht pathologisch. Nur konkrete Auslöser und vor allem die Dauer von Stress machen krank.
Hilfreich für die Stressvermeidung ist eine achtsame Haltung dem eigenen Körper gegenüber und der bewusste Umgang mit individuellen Stressoren. Zeiten von Ruhe, Entspannung, ausreichender Schlaf, gesunde Ernährung und soziale Kontakte wirken Wunder bei der Vermeidung oder Linderung von pathologischem Stress.
Ein hilfreiches Motto für Situationen, die Stress in uns auslösen, ist sich klar zu machen, dass man grundsätzlich 3 Möglichkeiten hat damit umzugehen: „Love it, change it or leave it“
Für eine Frau ist die Umsetzung dieses Begriffs in Ihr Alltagsleben in mehrerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung. Natürlich ist es großartig, dass wir heute in der Lage sind, als Frau ein weitgehend materiell selbstbestimmtes Leben zu führen und Berufe zu erlernen, die unseren Talenten Ausdruck verleihen. All das hilft uns ein weit gefächertes Gefühl von Kraft, Kreativität und Sinn im Leben zu entwickeln. Aber wehe, wir gründen eine Familie. Dann wird es anstrengend: wir, die wir ja zum Glück sehr „multitaskingfähig“ sind, müssen unsere ganze Kraft aufwenden, um alle Bälle in der Luft zu halten, die ein wesentlicher Teil unseres Lebens sind. Die Arbeit, die Bedürfnisse unserer Kinder und auch eine Partnerschaft braucht Aufmerksamkeit und Pflege, um gedeihen zu können.
Die sozialen Aspekte des Lebens, sind traditionell die Domäne der Frau. Sie muss alle Enden zusammenhalten und dafür sorgen, dass jeder in der Familie und die Beziehungen das bekommen, was sie oder er braucht oder brauchen. Wir sind so sozialisiert, dass wir „ja“ sagen, uns einfügen und die Bedürfnisse der Lieben, die uns umgeben tendenziell an die erste Stelle zu setzten, dann kommen die Pflichten, dann kommt eine ganze Weile nichts und dann war da doch noch etwas – wir selbst. Das Selbstgefühl macht sich oft erst bemerkbar, wenn wir am Rand unserer Kräfte sind und oft ist es dann schon zu spät, weil alle unsere Reserven aufgebraucht sind.
Es ist immer noch und immer wieder eine herausragende Aufgabe für uns Frauen, uns selbst zu spüren und uns mit derselben Aufmerksamkeit zu behandeln, wie wir das so freigiebig mit anderen Menschen tun. Dieses alte Muster ist, als ob man die Gans, die goldene Eier legt, an den Rand Ihrer Kapazität bringt. Das ist ein innerpsychisches, aber auch ein gesellschaftliches Problem, weil es immer noch viel zu wenig allgemeine Achtung und Wertschätzung für die Qualität und die essenzielle Bedeutung der weiblichen Energie gibt.
Und so ist es für uns Frauen eine wichtige Lernaufgabe, bei aller Brillianz der Gesamtjonglage, uns selbst im Blick zu behalten. Das bedeutet, auch „nein“ zu sagen, aber vor Allem „ja“, zu uns selbst. Es ist sehr heilsam, wenn wir dabei unsere weiblichen Energien pflegen, indem wir uns z.B. erlauben, immer wieder zu entspannen und uns mit unserer Sinnlichkeit zu verbinden, die uns wiederum mit dem Körper verbindet, der ein so wichtiger Bestandteil eines weiblichen Lebens ist.